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09.11.2008 15:45 Alter: 8 yrs
Kategorie: Blog
Von: Steffen Widenmeyer

Männer & Spiritualität


Steffen Widenmeyer

Männer und Spiritualität?! Nein, damit ist nicht das eine oder andere Gläschen nach Feierabend gemeint ...

Gehören Sie auch zu den Männern, welche mit dem Wort „Spiritualität“ so ihre Schwierigkeit haben? Fällt es Ihnen auch so schwer, im Alltag, bei der täglichen Arbeit, den Anforderungen, welche auf Sie einströmen, noch empfänglich zu sein für Gott in Ihrem Alltag? Na, dann herzlich willkommen im Club: Sie sind nicht allein!

Aber zugegeben: So genau erschloss sich mir dieses Wort nicht, und so blieb mir nur übrig, mich mit der Definition des Lexikons zu beschäftigen. Modern wie ich bin, flugs an den Rechner gesetzt und mit Hilfe einer sehr bekannten Internetsuchmaschine Seiten gesucht, welche Synonyme erklären können. Mehrere vergebliche Anläufe zeigten mir, dass das Wort "Spiritualität" nicht nur mir scheinbar nichts zu sagen hatte. Und bei 3.590.000 Ergebnissen werde ich darüber belehrt, dass es wohl sehr viele Ideen zum Thema „Spiritualität“ gibt.

Erst die Universität Leipzig konnte online meine langsam aufkeimende Unruhe dämpfen: „Empfindsamkeit“ , eine „Sensibilität“ – und im Glauben eine Demut, eine Empfänglichkeit“ zu entwickeln, Gott zu erkennen und ihn dafür zu loben, wurde mir hier als „Wesensmerkmal der Spiritualität" entgegengehalten. Allerdings ist mein Fazit, dass „Spiritualität“ somit nicht eigens nur „christlich“ ist – es gibt sehr wohl auch andere Religionen, welche - durch verschiedene Wege - es sich zum Ziel gesetzt haben, ihren Gott über die Spiritualität besser kennenzulernen.

Und doch: was bedeutet „christliche Spiritualität“ – gerade auch für uns Männer? Nein, konkreter: was bedeutet es für mich? Könnte es ein, das ich für Gott empfänglich bin / werde, wenn ich morgens beim Gang zur Arbeit den Sonnenaufgang genießen kann? Oder wenn ich mir die fünf Minuten Zeit nehme, den Fischreiher im See zu beobachten und mich daran zu erfreuen, dass wir beide an diesem Morgen alleine hier sind? Ja, könnte es sein, dass ich mich Gott näher fühle, wenn ich in der Kirche sitzend einem Orgelkonzert zuhöre?

Ich glaube, da gibt es sehr viele verschiedene Wege, wie Männer Gott näher sein können: Wer sich Gott näher fühlt, wenn er völlig erschöpft nach einem langen Lauf unter die heiße Dusche springt, der sollte nicht darauf verzichten. Wer sich näher fühlt, wenn er sich morgens für 20 Minuten mit Gottes Wort beschäftigt, soll dies tun (dürfen).

Ich glaube, um Gott nahe zu sein bzw. ihm näher zu kommen, bedarf es keines „ich muss“ sondern eines „ich darf“. So darf ich hinter der Schönheit der Natur Gottes Wirken sehen, ich darf mich über Gottes Schöpfung, den Menschen, freuen, während ich fasziniert bin, wie mein Körper funktioniert und zu welchen Leistungen er fähig ist. Wichtig ist, hinter dem Erlebten den zu sehen, der das möglich macht: Gott.

Dann entfällt auch der „besserwisserische Zeigefinger“, der meint, andeuten zu können, was genau „christliche Spiritualität ist.

 

Steffen Widenmeyer ist Diplom-Verwaltungswirt und leitet die örtliche Männerarbeit "mannOmann".

 

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